Reisen in China

Reisen in China für Europäer – ein Leitfaden

 

 Laut einer Pressemeldung des Axel Springer Verlages aus dem Jahr 2010 hat sich der Tourismus in China von 8 Millionen Touristen in 2000 auf 48 Millionen Besucher in 2010 gesteigert. Diese Statistik beruft sich auch auf eine Mitteilung des amtierenden Generalsekretärs der Welttourismusorganisation, Taleb Rifai. Rifai prognostiziert, dass China spätestens im Jahr 2015 das Reiseland Nummer 1 sein wird und damit den aktuellen Spitzenreiter Frankreich ablösen wird. Die Gründe für die Beliebtheit der Chinareisen sind neben den berühmten Sehenswürdigkeiten die typisch asiatische Gastfreundschaft und mittlerweile gut ausgeprägte touristische Strukturen. Nicht zuletzt sind die relativ unkomplizierte Visums-Beschaffung und vergleichsweise hohe Sicherheit in China die Faktoren, die Reisen in China immer einfacher machen.

Sehenswertes beim Reisen in China

Die Chinesische Mauer und der Dreischluchtendamm sind wohl die bekanntesten Motive auf den Urlaubsbildern. Diese beiden Meisterleistungen der Architektur stehen für beeindruckende Baukunst, verdeutlichen aber auch die Kompromisslosigkeit des chinesischen Regimes durch totale Machtdemonstration und aushebeln sämtlicher natürlicher Begebenheiten. Diese beiden Monumente sind ein guter Auftakt für eine Chinareise. Peking als Hauptstadt überwältigt durch ihre schiere Endlosigkeit bei einer Ausdehnung auf 17.000 Quadratkilometer. Besonders beeindruckend erlebt man die 3.000 Jahre alte Geschichte Pekings in der „Verbotenen Stadt“ und dem Tiananmenplatz. Weitere wichtige Stationen bei Reisen in China sind Hongkong mit einem Ausflug auf den Victoria Peak sowie Shanghai.

Vorbereitung auf eine Chinareise

Wer eine Chinareise plant, sollte zunächst überlegen, ob er mit einer Reisegruppe oder als Individualreisender unterwegs sein möchte. Die Vorteile einer Reisegruppe liegen natürlich im deutlich geringeren Planungsaufwand. Viele Reisebüros oder Online-Anbieter erstellen schöne Routen für Reisen in China ab einer Woche Aufenthaltsdauer, bei denen man das Land in einem ersten Kontakt kennenlernt. Aber auch, wer lieber auf eigene Faust unterwegs ist, kann eine Chinareise relativ kurzfristig organisieren. Ein gewisses Maß an Selbstständigkeit und Improvisationsgabe ist jedoch empfehlenswert, denn nicht immer kann man sich beim Reisen in China auf Englisch verständigen und dank chinesischer Schriftzeichen fällt die Orientierung oft nicht ganz einfach. Dies gilt natürlich vor allem für Reisen in China in nicht-urbanen Gegenden.

Visum und Impfungen für Reisen in China

Ein Touristenvisum für Reisen in China ist drei Monate gültig und kann mit einmaliger, zwei- oder mehrfacher Einreise beantragt werden. Der Antrag ist bequem online oder postalisch abzusenden, das fertige Visum wird persönlich auf dem Konsulat oder der Botschaft abgeholt. Eine vorherige Terminvereinbarung ist ratsam. Die Bearbeitung dauert in der Regel vier Werktage, idealerweise sollte man etwa einen Monat vor geplantem Antritt der Chinareise den Antrag zu stellen. Alternativ kann auch eine Agentur oder ein Reisebüro beauftragt werden, die die Bearbeitung gegen Gebühr übernehmen. Für eine erfolgreiche Antragstellung ist ein Passbild neueren Datums sowie ein Reisepass, der noch mindestens 6 Monate gültig ist, nötig. Außerdem sind die Flugdaten und Unterkunftsadressen während der geplanten Chinareise anzugeben. Wer privat nach China reist, muss eine Einladung vorweisen. Der Kostenpunkt für das Touristenvisum (mit dem Buchstaben L gekennzeichnet) beläuft sich je nach Buchungsart, Bearbeitungszeit, geplanter Aufenthaltsdauer und Einreisehäufigkeit auf 30 bis etwa 120 Euro. Außer Visum und Reisepass braucht man keine weiteren Unterlagen zur Einreise. Verpflichtend sind keine Impfungen für rein touristische Reisen in China vorzuweisen. Empfohlen werden neben den Standard-Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio, MMR und Grippe speziell nur Hepatitis A bei rein touristischen Aufenthalten.

Unterkunft und beste Reisezeit für eine Chinareise

Die Preise für Unterkünfte sind in Chinas Grossstädten Shanghai und Peking  vergleichbar mit europäischen Preisen. In Peking kostet eine Nacht im Hotel mittlerer Klasse im Doppelzimmer ab 50 Euro pro Nacht, gehobener Standard ist etwa ab 90 Euro zu finden. Budgetreisende können für ihre Chinareise Doppelzimmer in Pensionen schon ab 20 Euro pro Nacht finden, wer sich auf ein Mehrbettzimmer im Hostel einlassen möchte, fährt natürlich noch günstiger. Die Buchung kann man bequem von zu Hause aus über die gängigen Plattformen erledigen. Wer flexibel sein will, findet auf Reisen in China auch vor Ort meist problemlos eine Bleibe. In anderen, weniger  populären Städten, wie z.B Nanjing oder Kunming sind die Unterkünfte um ein Vielfaches billiger. Natürlich bleibt dort manchmal auch der Komfort etwas auf der Strecke.

 

Eine bewährte Strategie bei Aufenthalten in verschiedenen Städten ist, von der einen Unterkunft aus die nächste online zu buchen. Vor allem um das chinesische Neujahr (Januar oder Februar) sowie zu den landesweiten Ferien in der ersten Maiwoche und der ersten Oktoberwoche ist von Reisen nach China abzuraten, da hier die Unterkünfte und Transportmittel überbucht und überteuert sind. Als wettermäßig beste Reisezeit für ganz China gelten Frühling und Herbst, das Klima ist hier am angenehmsten. Im Sommer kann es teilweise heftig regnen. Der Norden zeichnet sich durch eher kontinentales Klima aus, der Süden ist eher subtropisch.

Reisen in China | Verhaltensregeln

Wichtig zu wissen ist, dass Platz ein absolutes Luxusgut ist in China und deswegen die Räumlichkeiten nicht so großzügig sind, wie man als Europäer wahrscheinlich gewohnt ist. Wohnen bedeutet für die meisten Chinesen vor allem Schlafen, denn das soziale Leben findet zumindest im urbanen China oft außerhalb der Wohnungen statt und auch essen wird auf die Straße oder in Restaurants verlegt. Das liegt zum einen natürlich an der chinesischen Mentalität und am Gesellschaftssinn, gleichzeitig ist aber vor allem Take-away Essen so günstig, dass zu Hause kochen nicht lohnt.
Neben den weltweit gültigen Regeln für Reisende, etwa das Geld an einem sicheren Ort am besten am Körper verwahren, sich nicht nachts alleine in unbekannte Randviertel begeben und alle die Grundsätze, die man unter der Kategorie „gesunder Menschenverstand“ zusammenfassen kann, werden Mitteleuropäer vor allem kulturelle Fettnäpfchen beim Reisen in China vorfinden. So haben Chinesen beispielsweise ein unterschiedliches Bedürfnis von Nähe und Distanz. Als deutscher Urlauber könnte man also beizeiten das Gefühl haben, in seiner Privatsphäre beschnitten zu werden, sei es durch zu nahen Körperkontakt oder durch die schiere Menge an Menschen, die in chinesischen Städten auf engstem Raum lebt. Umgekehrt sind Chinesen aus westlicher Sicht geradezu prüde und jegliche Thematik zu intimen Fragen wird aus dem gesellschaftlichen Leben praktisch vollständig ausgegrenzt. Wer also am Hotelpool im Bikini baden will, sollte sichergehen, in überwiegend europäischer Gesellschaft zu sein. Fragen werden selten direkt formuliert und Kritik wird in China so verpackt, dass sie der Europäer selten als solche wahrnimmt. Nun mag der durchschnittliche Tourist auf einer Chinareise eher selten kritisiert werden, aber auch ein „Nein“ gibt es im chinesischen Sprachgebrauch nicht. Wenn man also um etwas bittet und die Antwort lässt durchblicken, dass die Realisierung des Wunsches auch nur im entferntesten kompliziert sein könnte, der kann davon ausgehen, sein Gegenüber gerade mit einer unlösbaren Aufgabe konfrontiert zu haben. Für Frustration sorgt dieses kulturelle Kommunikationsproblem bei Chinareisen vor allem dann, wenn es um öffentliche Transportmittel geht, die fahren oder eben nicht oder um Unterkünfte, die frei sind oder nicht. Hier ist also erhöhtes kulturelles Bewusstsein gefragt. Zudem sollte man unbedingt darauf achten, auch in hektischen Situationen stets die Ruhe zu bewahren, denn wer die Nerven verliert und ausrastet, hat bereits verloren. Natürlich gibt es noch viele weitere Verhaltensregeln, die man bei einer Chinareise unbedingt beachten sollte. Dazu mehr in Kürze.

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Filme aus China – Martial Arts Filme haben die Nase vorn


In Europa haben Filme aus China vor allem im Martial-Arts-Genre Beachtung gefunden. Die Action-lastigen Kampfsportfilme erlangten in den 1970er Jahren Beachtung über die chinesischen Landesgrenzen hinaus. Der Schauspieler Bruce Lee trug dazu bei, asiatische Kampfkunst auch im europäischen Raum salonfähig zu machen. Bemerkenswerterweise wurde der Siegeszug des chinesischen Films von den Vereinigten Staaten aus angetreten. Bruce Lee wurde in San Francisco geboren, hat also neben der chinesischen auch die amerikanische Staatsbürgerschaft und heißt mit chinesischem Namen Lee Xiao Long (Xiao long bedeutet kleiner Drache). Seine beiden Staatsbürgerschaften können als Parabel gesehen werden für die amerikanisch-chinesischen Co-Produktionen, in denen er später als Hauptdarsteller die Ästhetik der Kampfkunst nicht nur an das Publikum in den USA und in China, sondern auch in Europa vermittelte.

Martial Arts Filme aus China kommen in Europa an

Nicht zuletzt Bruce Lee ist es zu verdanken, dass die Verbreitung der asiatischen Kampfkünste in den Folgejahren in Europa rasant zunahm und Kampfsportarten fast schon zum Volkssport ernannt wurden. Wie der Name Kampfkunst schon andeutet, geht es bei asiatischen Kampfsportarten wie Judo, Karate und den vielen weiteren Variationen, nicht nur um den Kampf, sondern vor allem um Körperbeherrschung, Ästhetik und einer mentalen Haltung gegenüber dem „Gegner“. Damit wurde in Europa erstmals das Bewusstsein für die kulturellen Unterschiede zwischen Asien und Europa geschärft und über die Filmindustrie ein Zugang zu dieser Kultur geschaffen.

Nachdem Amerika die Tür zum chinesischen Filmemarkt aufgestoßen hatte, etablierte sich das Genre des sogenannten Kungfu- oder auch Wuxia-Films vor allem in den 1980er und 1990er Jahren mit international bekannten Schauspielern wie Jackie Chan oder Jet Li. Weiterhin waren Co-Produktionen amerikanisch-chinesischer Regisseure wie Ang Lee populär, aber auch rein chinesische Produktionen schafften den Durchbruch in Europa.

Neben Martial Arts Filmen fanden nach und nach auch andere Filme aus China den Weg nach Europa. Bekannte Filme außerhalb des Wuxia-Genres sind etwa die amerikanisch-chinesische Co-Produktion „Eat Drink Man Woman“ von Ang Lee aus dem Jahr 1994 oder „20 30 40“ von Sylvia Chang, der im Jahr 2004 in Taiwan erschien. Die drei Säulen chinesischer Filmproduktion sind neben Filmen aus Taiwan und aus Festlandchina vor allem Filme aus Hongkong.

Filme aus China von Anfang des 20. Jahrhunderts bis heute

Die britische Kolonie Hongkong galt vor allem während der Turbulenzen des chinesischen Bürgerkriegs Anfang des 20. Jahrhunderts als Zufluchtsort für Filmemacher, die sich dort in ihrem künstlerischen Schaffen freier fühlten. Unter der Propagandapolitik der späteren Volksrepublik China verloren Filme aus China aber zwischenzeitlich an Bedeutung, denn Kino wurde stark instrumentalisiert. Bis in die 1980er Jahre wurden Filme aus China in Europa praktisch nicht wahrgenommen, denn sie waren zu sehr im Dienste der Politik, als dass sie international konkurrieren konnten. Eine Ausnahme stellt der Kinderfilm „The Magic Kite“ aus 1985 dar. Der Film beschreibt auf sehr unschuldige Weise die Erlebnisse eines Drachens, der sich von Peking nach Paris verirrt. Von dort aus bringen ihn drei französische Kinder zurück nach Hause und lernen dort die geheimnisvolle Kultur des alten Chinas sowie die Freundschaft chinesischer Kinder kennen. „The Magic Kite“ ist einer der weniger Filme aus China, der während dieser politisch angespannten Zeit internationale Beachtung fand.

Erst mit der Martial-Arts-Welle kam es zu einem Erstarken der chinesischen Filmproduktion, die schließlich Ende der 1990er Jahre im Zuge der Asienkrise und der damit verbundenen wirtschaftlichen Turbulenzen wieder nachließ. Den Marial Arts Filmen kommt in Hinblick auf eine mögliche Zensur zugute, dass ihre Handlung meist recht flach ist und der Plot in erster Linie auf Kampfszenen beruht. Insofern sind diese Filme aus China auch nicht in Gefahr, politische Aussagen zu treffen. Mit der Entspannung der politischen Lage kam es auch zu einem Aufschwung der Filme aus China. Im Jahr 1987 erschien „Rotes Kornfeld“, der ein Jahr später auf der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde. Der Film behandelt das Schicksal einer jungen Frau, die einen leprakranken 50-jährigen Schnapsbrenner heiraten soll. Verschiedene versuchte Vergewaltigungen und Interaktionen mit anderen Männern aus ihrem Umfeld beschreiben das harte Leben der Frau, die durch ihren starken Willen und ihre ungebrochene Haltung besticht. Explizit sexuelle Handlungen werden nach chinesischer Manier nicht dargestellt. Der Film besticht durch farbenprächtige Landschaftsaufnahmen und indirekte Darstellungen der Ereignisse. Sowohl in Europa als auch in China hatte „Rotes Kornfeld“ Kritik erfahren. Aus chinesischer Sicht ist der Film sehr freizügig, während europäische Besucher ihn teilweise als zu regimekonform ansahen.

Dass Filme aus China immer noch stark reglementiert sind, beweist der aktuelle Stopp der Ausstrahlung des Tarantino-Films „Django Unchained“. Medienberichten zufolge hatte Tarantino den Film eigens für die Ausstrahlung in China nachbearbeitet, etwa die Farbe des Blutes verdunkelt und die Szenen, in denen Blut spritzt, reduziert. Dennoch wurde der Film offensichtlich als unpassend befunden und von den Zensurbehörden aus dem Programm genommen.

Filme aus China: Themen und Motive

Entsprechend ist es für chinesische Filmemacher auch heute noch schwierig, passende Inhalte zu finden. Neben dem Genre-Kino der Martial Arts zeigen Filme aus China oft in beinahe dokumentarischer Weise Fragestellungen und Probleme des täglichen Lebens, etwa Essen oder verschiedene Lebensabschnitte. Gute Beispiele für solche Filme aus China sind die oben erwähnten „Eat Drink Man Woman“ und „20 30 40“. In „Eat Drink Man Woman“ wird eine Familie in Taiwan porträtiert. Im Zentrum der Handlung steht die Kochkunst des Vaters, ein begnadeter Koch, der aber durch sein Alter nach und nach seinen Geschmackssinn verliert. Die Mahlzeiten, die liebevoll und detailliert dargestellt werden, sind die Schnittstelle des verwitweten Vaters zu seinen drei Töchtern, die auf der Suche nach einem Partner sind. Dabei arbeitet der Regisseur Ang Lee den Generationskonflikt heraus, der zwischen dem eher autoritären Vater und seinen modernen Töchtern auftritt, der aber sensibel angepackt und letztlich auch gelöst wird.

Vergleichbar ist der Film „20 30 40“, der ebenfalls drei Frauen in eben diesen Altersstufen vorstellt und ihre Wünsche, Ängste und Probleme behandelt. Charakteristisch für Filme aus China ist, dass sie an die Darstellung der Charaktere sehr behutsam herangehen. Verglichen mit amerikanischen Filmen sind die Protagonisten nicht so überzeichnet und auch komische Elemente sind eher subtil eingebaut und nicht so plakativ wie in amerikanischen Produktionen.

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Die Ein-Kind-Politik Chinas

[Ein-Kind-Politik in China]

Derzeit leben in China etwa 1,3 Milliarden Menschen. Dank der Größe des Landes ist die Bevölkerungsdichte im Vergleich zu den meisten europäischen Ländern zwar relativ niedrig, aber die anhaltende Landflucht resultiert in einer Übervölkerung des urbanen Raumes. Selbst wirtschaftlich und politisch unbedeutende Städte haben oft mehrere Millionen Einwohner, was in sozialen Problemen resultiert. Die chinesische Regierung befürchtete ein Versorgungsproblem für die exponentiell wachsende Bevölkerung und verhängte 1979 die Ein-Kind-Politik. Während der 1980er und 1990er Jahre war die strikte Regelung, dass jedes Paar nur ein Kind bekommen darf.Die Regeln der Ein-Kind-PolitikWenn ein Paar eine Heirat plante, musste es erst eine amtliche Erlaubnis einholen und Frauen mussten Kenntnisse über Empfängnisverhütung nachweisen. Außerdem musste man das vorgeschriebene Mindestalter von 20 Jahren für Frauen beziehungsweise 22 Jahre für Männer erreicht haben. Auch verheiratete Paare mussten amtlich bekannt geben, wenn sie ein Kind planten und auf die Genehmigung durch die zuständige Behörde warten. Dieses Amt für Bevölkerungskontrolle verwaltete auch „Kontingente“ an Kindern, die pro Einheit vorgesehen waren. Eine Einheit für die Ein-Kind-Politik konnte etwa ein Betrieb sein oder ein Wohnviertel. Durch die Kontingentierung wurde die Umsetzung der Ein-Kind-Politik auf das Kollektiv übertragen, die Verantwortung lag plötzlich nicht mehr nur beim einzelnen Paar, sondern bei der Gemeinschaft.Staatliche Maßnahmen zur Durchsetzung der Ein-Kind-Politik

Paare, die sich an die Regelungen der Ein-Kind-Politik hielten, konnten mit staatlich garantierten Vorteilen rechnen. Beispielsweise garantierte der Staat der Familie einen Arbeitsplatz und für den Nachwuchs einen kostenlosen Platz in der Kinderbetreuung sowie kostenlose Schulbildung bis zum 14. Lebensjahr. Monetäre Anreize wie kostenlose medizinische Versorgung, Kindergeld und eine höhere Rente sollten zusätzlich die Ein-Kind-Politik ­incentivieren. Umgekehrt waren für Paare, die sich der Ein-Kind-Politik wiedersetzten, harte Sanktionen vorgesehen. Neben den finanziellen Einbußen durch Wegfallen der Zuschüsse und das Verhängen hoher Geldstrafen war das Amt für Bevölkerungskontrolle befugt, die Zwangsräumung der Wohnung anzuordnen.

Probleme der Ein-Kind-Politik und Anpassen der Regeln

Im Jahr 2004 wurde die Ein-Kind-Politik etwas gelockert. Wenn beide Partner Einzelkinder sind, darf dieses Paar seit 2004 offiziell ein zweites Kind bekommen. Auch wer aus erster Ehe schon ein Kind hat, darf seit der Lockerung der Regelung in zweiter Ehe noch ein weiteres Kind bekommen. Eine Konzession an den ländlichen Raum war schon seit Einführung der Ein-Kind-Politik, dass ein zweites Kind erlaubt war, wenn das erstgeborene ein Mädchen war. Diese Regelung zeigt deutlich, wie wichtig Nachwuchs für die Strukturen auf dem ländlichen Raum war. Jungen wurden nicht nur als Arbeitskräfte gebraucht. In China ist es gesellschaftlich vorgesehen, dass ein Sohn seine Eltern im Alter zu versorgen hat. Mädchen bekommen von Ihrer Familie zur Heirat eine Mitgift und gehen dann vollständig in die neue Familie auf, sind also ab der Heirat für die Unterstützung ihrer Schwiegereltern verantwortlich. Grundlage für die Sicherung des Lebensabends war also für Paare im ländlichen Raum die Zeugung von mindestens einem Sohn.


Frauen und Mädchen unter der Ein-Kind-Politik

Seit der Einführung der Ein-Kind-Politik aber kann dieses System oft nicht mehr umgesetzt werden und die Geburt von zwei Töchtern stellt insofern für die Eltern eine Katastrophe dar, dass ihr Auskommen im Alter nicht mehr gesichert ist. Die Folge ist, dass Schwangerschaften mit Mädchen entweder abgebrochen oder die Mädchen als Neugeborene getötet werden. Auch die Aussetzung von weiblichen Kindern war eine Handhabe für Familien, die auf männlichen Nachwuchs gehofft hatten. Die Überwachung von staatlicher Seite her ist im ländlichen Raum schwierig und diese Praktiken daher nicht ungewöhnlich. Ein Beleg dafür ist das entstandene Ungleichgewicht zwischen weiblichen und männlichen Kindern. Mittlerweile hat sich der Schwangerschaftsabbruch oder die Tötung von weiblichen Babys schon derart niedergeschlagen, dass etwa jeder fünfte männliche Chinese keine Partnerin findet. In Folge dessen haben sich Prostitution und Frauenhandel als soziale Probleme verschärft. Menschenrechtler beklagen außerdem den Umgang mit weiblichen Föten oder Neugeborenen. Um dieser Praxis entgegenzuwirken, hat die Behörde für Bevölkerungskontrolle durchgesetzt, dass das Geschlecht des Kindes vor der Geburt nicht bestimmt werden darf.

Änderungen der sozialen Strukturen unter der Ein-Kind-Politik

Die Einführung der Ein-Kind-Politik hatte auch gravierende Auswirkungen auf die sozialen Strukturen Chinas. Während die chinesische Kultur und Tradition auf Großfamilien und der Verteilung der Verantwortung auf das Kollektiv aufbaute, wurde nun das Individuum sehr stark in den Vordergrund gerückt. Wie oben beschrieben, fehlte in China ein Rentensystem und die Unterstützung der Eltern durch die Kindergeneration war seit der Ein-Kind-Politik nicht mehr durchführbar. Stattdessen ist jetzt ein Kind, vor allem ein Sohn, plötzlich alleine für seine Eltern verantwortlich. Neben dieser finanziellen Bürde steht das Einzelkind im Zentrum der Aufmerksamkeit der Familie. Soziologen bezeichnen diese Generation der Einzelkinder als „kleine Kaiser“, die von ihren Eltern hofiert werden. Die gesamte Energie der Eltern wird in die Entwicklung des einzigen Nachkommens gesteckt. Neben der möglicherweise fehlenden Sozialkompetenzen wie Egoismus und mangelnde Rücksichtnahme auf andere, kann das Einzelkind aber auch unter den negativen Folgen seiner zentralen Rolle leiden. Viele Einzelkinder beklagen den psychischen Druck, dem sie ausgesetzt sind, denn der Anspruch der Eltern an das Einzelkind ist ungleich höher denn an mehrere Geschwister.

Die Ein-Kind-Politik als Bruch in der Sozialgeschichte Chinas

Die Ein-Kind-Politik war in ihrem Ziel erfolgreich, das Bevölkerungswachstum zu reduzieren. Der geplante Rückgang auf 120 Millionen Einwohner wurde aber nicht erreicht. Die Bevölkerung wächst weiterhin, aber das Wachstum erfolgt nun etwas langsamer als vor Einführung der Ein-Kind-Politik. Der Staat hat durch Lockerungen und Konzessionen bewiesen, dass die Regeln nicht in ihren letzten Konsequenzen durchdacht waren. Die Auswirkungen der Ein-Kind-Politik haben China vor allem im sozialen Aufbau stark verändert. Die Jahrhunderte alte Tradition der Überordnung des Kollektivs über das Individuum erfährt durch die Generationen der Einzelkinder einen Bruch. Plötzlich steht die Entwicklung des Einzelnen, des Einzel-Kindes, im Zentrum des Interesses der Familie, da davon auch deren eigenes Schicksal abhängt und auch wenn die Eltern finanziell unabhängig sind, definieren sie ihren Erfolg oder Misserfolg als Eltern über den einen Nachkömmling. Der große Erfolgsdruck auf den Söhnen, gleichzeitig die bedingungslose Unterorientierung aller familiären Strukturen zugunsten des Sohnes, die Abwertung von Mädchen, der Anstieg der alleinstehenden Männer, all das sind Konsequenzen aus der Ein-Kind-Politik, die die Regierung bei der Einführung nicht absehen konnte. Ob weitere Lockerungen in den Regeln folgen oder die Ein-Kind-Politik abgeschafft werden wird, ist aktuell nicht abzusehen. Für Diskussionen sorgt die Politik auf jeden Fall.

UPDATE: Das Ender der Ein-Kind-Politik

[dt_quote type=”blockquote” font_size=”big” animation=”none” background=”plain”]Die Ein-Kind-Politik gehört inzwischen der Vergangenheit an. Im Oktober 2015 erklärte das Zentralkomitee der kommunistischen Partei Chinas die Ein-Kind-Politik als offiziell beendet. Die neue Regelung trat allerdings erst am 01. Januar 2016 in Kraft.[/dt_quote]

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Ethnische Minderheiten in China

In der Volksrepublik China leben über 1,3 Milliarden Menschen und das Land ist damit das bevölkerungsreichste der Welt. Aber diese Einwohner teilen sich in über 50 Ethnien auf. Das im deutschen Sprachgebrauch geläufige Wort „Chinesen“ als Bezeichnung für die Einwohner ist damit ein sehr stark vereinheitlichender und unzulänglicher Begriff. Auch die Bezeichnung „China“ für das gesamte Land ist nicht treffend. Im Deutschen, aber auch beispielsweise im angelsächsischen Sprachgebrauch, leitet sich das Wort „China“ vom Staat Qin ab, ein ehemals sehr aggressiver Staat, der zwar viele Gebiete annektierte, aber nicht das heutige Staatsgebiet der Volksrepublik China umfasste. Basierend auf dieser politischen Lage der Zusammenfassung benachbarter Staaten zu einem Hoheitsgebiet ist leicht zu erschließen, dass „China“ heute nicht nur „Chinesen“ beheimatet, sondern Dutzende ethnischer Minderheiten.

Nationale Minderheiten in China

Minderheiten in China haben teilweise den Status von offiziell anerkannten ethnischen Gruppen, teilweise werden sie größeren Gruppen zugeordnet. Die größte ethnische Gruppe stellen die Han-Chinesen mit über 90% der Gesamtbevölkerung dar. Aber auch die Han teilen sich in Untergruppen auf, etwa die Hakka, die Hoklo oder die Tanka. Untergruppen sind in der Regel regional begrenzt und kennzeichnen sich etwa durch eigene Dialekte. So lässt sich auch die Abgrenzung am besten vornehmen, denn viele Untergruppen verwenden ganz unterschiedliche regionale Bezeichnungen. Diese Untergruppen sind aber keine nationalen Minderheiten, sondern werden unter dem Begriff der Han-Chinesen subsumiert. Die chinesische Regierung verfolgt gegenüber den Minderheiten in China eine eher restriktive Politik und Tendenz geht zur Eingliederung in größere Gruppen, wie es mit den Untergruppen der Han geschieht. Die Untergruppen sind also nicht offiziell als Nationalitäten anerkannt, sondern werden der Nationalität der Han zugeordnet. Das hat vor allem juristische Konsequenzen, denn Minderheiten bekommen nur dann Sonderrechte, wenn sie als Nationalität offiziell anerkannt sind. So sind diese etwa offiziell von der Ein-Kind-Politik ausgenommen, das heißt, Menschen dieser Ethnien dürfen mehr als ein Kind bekommen, ohne mit Sanktionen rechnen zu müssen. Diese Regelung trifft also auf die Subgruppen der Han nicht zu, sie werden der Mehrheitsbevölkerung zugerechnet und müssen sich also der Ein-Kind-Politik unterordnen.

 

Zu den größeren Gruppen von nationalen Minderheiten in China gehören die Mongolen, die Hui im Norden oder die Zhuang im Süden. Inzwischen leben sogar mehr Mongolen in China als in der Mongolei. Besonders zwei Gruppen sind zu nennen, wenn es um Minderheiten in China geht: die muslimischen Uiguren aus der Provinz Xinjiang und die Tibeter. Diese Gruppen bekommen als anerkannte nationale Minderheiten von der Regierung offiziell mehr Eigenständigkeit zugesprochen. Dazu gehört auch, dass die Minderheiten sich in ihren Regionen selbst verwalten. Völkerrechtler kritisieren aber, dass die Staatsämter, die die Minderheiten in China ausüben, nicht so einflussreich sind wie die Parteiämter. Diese werden nicht von den Minderheiten in China ausgeübt, sondern von der Mehrheitsbevölkerung der Han-Chinesen. In der Theorie soll durch die Regelung der eigenständigen Verwaltung den Minderheiten in China zugestanden werden, ihre Sprache und Kultur zu pflegen sowie ihre Religion frei auszuüben. Tatsächlich werden Minderheiten in China aber häufig von den ausübenden Positionen der Han-Chinesen in eben diesen Punkten unterdrückt, weshalb es immer wieder zu Konflikten zwischen regierungstreuen Han-Chinesen und nur scheinbar autonomen Minderheiten kommt.

Die wichtigsten Minderheiten in China

Denn die Minderheiten in China unterscheiden sich von der Mehrheit der Han-Chinesen in einigen Punkten des kulturellen Lebens, teilweise in der Religion und in der Sprache. Der Prozess der Assimilierung an die Mehrheitsbevölkerung der Han-Chinesen wird als Sinisierung bezeichnet. Beispielsweise wurde 1949 Ostturkistan durch das kommunistische China besetzt und als heutige Provinz Xinjiang annektiert. Die dort ansässige Bevölkerung der Uiguren ist dank der Lage des Landes an der Seidenstraße kulturell mit dem Orient verknüpft. Die meisten Menschen sind Muslime und die Sprache ist mit dem Türkischen verwandt. Nach der Anbindung an China kam es zu einer Einwanderungswelle von Han-Chinesen. Chinesische Quellen nennen die Zahl der Han in Xinjiang mit 7,5 Millionen und die der Uiguren mit 8,7 Millionen. Uigurische Quellen sprechen von mehr als doppelt so vielen Uiguren. Gemäß der Praktik der Sinisierung haben die Uiguren wie alle Minderheiten in China mit einem starken Assimilierungsdruck zu kämpfen. Aus diesem Grund werden Minderheiten in China auch von der Weltbevölkerung wenig bis gar nicht wahrgenommen, wie man an dem verallgemeinernden Begriff „Chinesen“ deutlich sehen kann.


Eine der Minderheiten in China, die sich in das weltweite Bewusstsein bringen konnte, sind die über 6 Millionen Tibeter. Während die Tibeter als Nationalität anerkannt werden, wird die ethnische Untergruppe der Monba den Tibetern zugeordnet. Grund für die Präsenz dieses Volkes ist sein geistiger Führer, der Dalai Lama, der mit gewaltlosem Widerstand weltweit die Unterdrückung der Minderheiten in China anprangert. Die Tibeter sind eine der offiziell anerkannten Minderheiten in China und verfügen über eine eigene Sprache und ein eigenes Alphabet, Religion ist der Buddhismus. Hauptsiedlungsgebiet ist das autonome Gebiet Tibet und die angrenzenden chinesischen Provinzen, allerdings sind viele Tibeter dem Dalai Lama gleich ins Exil gegangen und leben nun vor allem in Indien und Nepal. Eines der Rechte der Minderheiten in China ist die freie Religionsausübung, geknüpft allerdings an die Bedingung, keine politisch motivierten Handlungen gegen die Volksrepublik China zu unternehmen. Da der Dalai Lama als politische Figur aber höchst politisch ist, ist es den Tibetern beispielsweise verboten, ein Bild des Dalai Lamas zu zeigen. Damit sehen sich aber viele Tibeter in ihrem Recht der freien Religionsausübung beschnitten. Der Dalai Lama gilt als Symbolfigur für den Kampf der Minderheiten in China und politische Größen, die den Dalai Lama empfangen, beziehen damit auch klar Position gegen über China.

Rund 200.000 Tibeter leben im Exil, aber etwa 45% aller Tibeter leben noch in Tibet sowie der Rest in den umgrenzenden chinesischen Provinzen oder als Nomaden im Himalaja. Anders verhält es sich mit den Mongolen. Dieser Volksstamm ist ein gutes Beispiel dafür, dass Minderheiten in China nicht immer aus dem chinesischen Staatsgebiet kommen müssen. Auch wenn in der Mongolei über 80% der Bevölkerung Mongolen sind, leben doch in totalen Zahlen mehr Mongolen als Minderheiten in China als in der Mongolei, nämlich knapp 6 Millionen in China im Vergleich zu weniger als 3 Millionen in der Mongolei. Die Mongolen schreiben mit Mongolischen Schriftzeichen und haben ihre eigene buddhistische Religion. Typisches Kulturmerkmal für Mongolen ist das Nomadenleben. Als Minderheiten in China stehen die Mongolen allerdings auch unter dem Assimilierungsdruck, diese Form des Lebens aufzugeben und sich den Standards der Han-Chinesen unterzuordnen. Ähnlich wie in Xinjiang kam es in der Inneren Mongolei zu einer Einwanderungswelle durch die Han, die mittlerweile über 80% der Bevölkerung in dieser Provinz ausmachen. Unter diesem Anpassungsdruck gehen Traditionen und Lebensformen verloren und die Mongolen gleichen sich den Han immer mehr an.

Integration der Minderheiten in China

Die Frage, ob oder inwieweit Minderheiten in China integriert sind, lässt sich erst nach dieser differenzierten Betrachtung beantworten. Es gibt offizielle Regelungen, die Minderheiten in China Sonderrechte zusprechen. Allerdings wird deren Umsetzung oft von ausführenden Positionen unterwandert, die von Han-Chinesen besetzt sind. Viele Angehörige von Minderheiten in China fühlen sich unterdrückt, denn Integration nach chinesischem Verständnis ist die möglichst passgenaue Assimilierung und Adaption chinesischer Kulturstandards. Die Aufgabe der Eigenkultur und vollständige Übernahme der Fremdkultur ist also Voraussetzung für eine gelungene Integration aus Sicht der chinesischen Regierung. Bei manchen Menschen kann die vollständige Adaption der chinesischen Kultur beobachtet werden, während für andere ihre Eigenkultur unter dem Assimilationsdruck eine noch höhere Wertigkeit erhält. Die Konsequenz sind soziale Spannungen, unter denen die Volksrepublik China heute verstärkt zu leiden hat.

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Wirtschaft in China

Wirtschaft in China

Am 1.Oktober 1949 ruft Mao die Volksrepublik China aus. Der Ort der Proklamation liegt in Peking und heißt „Platz des himmlischen Friedens“. Das riesige Land mit damals um die 540 Millionen Einwohner war allerdings noch weit von einem derartigen Zustand entfernt und sollte es auch noch für viele Jahre bleiben. Die Wirtschaft lag am Boden, das Land der Mitte gehörte zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Industrialisierungskampagne „Der große Sprung nach vorne“, die Mao ins Leben rief, war nur der erste Schritt von vielen, die China zu der Wirtschaftsmacht wachsen lassen sollten, die sie heute ist. “Der grosse Sprung nach vorn” an sich war aber alles andere als erfolgreich, denn während dieser Periode starben in China zwischen 15-45 Millionen Menschen an Hungersnot.

 

Wirtschaft in China: Industrialisierung

Unter dem Programm des „Großen Sprungs nach vorne“ wurden die Grundlagen für die chinesische Wirtschaft komplett verändert. Gleichzeitig fand eine umfassende Bodenreform statt. Der Großgrundbesitz wurde abgeschafft und das Land an die bis dahin besitzlosen Bauern verteilt. Die vorhandenen Industriebetriebe, die sich zumeist in der Hand von ausländischen Investoren befanden, wurden verstaatlicht und der Handel staatlich kontrolliert. In einem ersten Fünfjahresplan (1953-57) sollte eine Planwirtschaft nach dem Vorbild der Sowjetunion aufgebaut werden. Ein weiterer Schwerpunkt lag im Aufbau von industriellen Kleinbetrieben, die vorwiegend auf genossenschaftlicher Basis betrieben wurden. Trotzdem lag am Anfang der ersten umfangreichen Industrialisierungsmaßnahmen der Schwerpunkt auf dem Ausbau der Schwerindustrie.

Die Erfolge für die chinesische Wirtschaft waren bescheiden. Obwohl die Wirtschaft auf das Niveau wie vor dem Krieg gehievt und die immense Inflation von über 30% eingedämmt werden konnte, blieb das Pro-Kopf-Einkommen Chinas bis in die 1980er Jahre auf einem niedrigen Stand. Die Wirtschaft in China bewegte sich bis dahin auf einem ähnlichen Level wie die Wirtschaft in Indien.

Wirtschaft in China | Schwerpunkte

China ist traditionell ein Agrarland. Noch bis Anfang der 1990er Jahre waren über 70 % der chinesischen Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Die wichtigsten Anbauprodukte sind auch heute noch Reis, Weizen, Mais, Sojabohnen und Nutzpflanzen wie Baumwolle, Raps, Zuckerrohr und Tabak. Im Gegensatz zu den meisten anderen Industrienationen spielt die Landwirtschaft auch heute noch eine große Rolle für die Wirtschaft in China, auch wenn mittlerweile nur noch ca. 40 % der Bevölkerung landwirtschaftlich tätig sind. Die landwirtschaftliche Produktion trägt heute ca. 10% zum Bruttoinlandsprodukt bei.

Ein wesentlicher Faktor für die Wirtschaft in China sind die umfangreichen Bodenschätze. Schätzungen zur Folge verfügt das Land über rund 12 % der weltweiten Ressourcen. Im internationalen Vergleich rangiert es damit ganz weit vorne. Die wichtigsten Bodenschätze sind Kohle, Erdöl, Eisen, Grafit, Antimon, Bauxit, Molybdän, Wolfram, Zinn und Seltene Erden. Bei Wolfram und Antimon, bei welchen China über 50% der weltweiten Vorkommen besitzt, steht es sogar an erster Stelle. Für die Wirtschaft in China spielen Energiequellen eine herausragende Rolle, nicht nur im Bereich des Exports. Mit dem steilen Wachstum der chinesischen Wirtschaft in den letzten Jahren wurde China auch zu einem der größten Energieverbraucher der Welt.

Heute sind die Schwerpunkte der Wirtschaft in China Industrie und Handel, die beide jeweils rund 45 % des Bruttoinlandsprodukts ausmachen. Die wichtigsten Exportgüter sind elektronische Konsumgüter, Textilien und Bekleidung, Maschinen, chemische Erzeugnisse und Rohstoffe. Einen wesentlichen Faktor der Wirtschaft in China bildet zudem der Bausektor. Bisher eher schwach entwickelt sind die Bereiche Forschung und Umwelttechnologie. Im Bereich der Dienstleistungen exportiert die chinesische Wirtschaft vor allem Versicherungs-, Finanz- und Verkehrsdienstleistungen. Außerdem spielt der Tourismus für die Wirtschaft in China eine immer größere Rolle.

Chinesische Wirtschaft: der Weg zur Wirtschaftsmacht

Während in der Phase des „Großen Sprungs nach vorne“ die Konsumgüterproduktion fast völlig vernachlässigt wurde und ausländische Technologien kaum in das Land kamen, wurde unter Deng Xiao Ping, dem Nachfolger Maos, die chinesische Wirtschaft auf neue Beine gestellt. Nicht zuletzt wegen der katastrophalen Hungersnöte unter Mao (ausgelöst durch “den grossen Sprung nach vorn”) machte die neue Regierung sich zum Ziel vermehrt Devisen in das Land zu bringen. Eine der wesentlichen Maßnahmen in den ab den frühen 1980er Jahren war die Einrichtung von sogenannten Sonderwirtschaftszonen. Das liberalere Umfeld dieser Sonderwirtschaftszonen bedeutet für die chinesische Wirtschaft tatsächlich einen erheblichen Sprung nach vorne. Schon bald siedelten sich insbesondere in diesen Gebieten ausländische Firmen an. Den Sonderwirtschaftszonen folgte eine Vielzahl von wirtschaftlich-technischen Erschließungszonen, in welchen der Ausbau von unterschiedlichsten Betrieben mit Macht vorangetrieben wur犀利士
de. Der Ausbau der Konsumgüterproduktion sowie der Ausbau der Infrastruktur in weiten Teilen des Landes war eine Grundvoraussetzung für das schnelle Wachstum der Wirtschaft in China. Neben der Elektrobranche wurden vor allen Dingen die Maschinenbau- und die Textilindustrie ausgebaut. Auch die Landwirtschaft erfuhr eine erneute Reform. Mit der Auflösung der Zwangskommunen konnten die Bauern unabhängiger produzieren und somit Überschüsse und persönliche Gewinne erwirtschaften.

Die chinesische Wirtschaft reagierte auf diese Maßnahmen mit einem ständig steigenden Wirtschaftswachstum, das zeitweise weit über 10% lag. China hatte sich unaufhaltsam auf den Weg zur neuen Wirtschaftsnation aufgemacht. 2010 schließlich überholte das Land, in dem mittlerweile mehr als 1.300 Millionen Menschen leben, den Wirtschaftsriesen Japan. Drei Jahre zuvor hatte die chinesische Wirtschaft bereits Deutschland abgehängt. Heute steht China gleich hinter den USA auf dem 2. Platz, wobei viele Prognosen die Entwicklung der Wirtschaft in China für die nächsten Jahre so positiv beurteilen, dass sie China bereits in naher Zukunft auf dem 1. Platz sehen. Die chinesische Wirtschaft tut einiges dafür. So wird beispielsweise mittlerweile nicht mehr nur auf ausländisches Know-how gesetzt und kopiert. Die Wirtschaft in China investiert zunehmend in die Entwicklung eigener Produkte und Technologien. Nirgendwo auf der Welt werden mittlerweile so viele Patente angemeldet wie in China.

WIRTSCHAFT IN CHINA | PROGNOSEN FÜR DIE ZUKUNFT

Die starke Ausrichtung der chinesischen Wirtschaft auf den Export hat diese für Krisen wie die weltweite Finanzkrise anfällig gemacht. In fast allen wichtigen Exportländern ist der Absatz zurückgegangen. Das ungehemmte Wachstum hat innerhalb des Landes zu erheblichen gesellschaftlichen Veränderungen geführt, die nicht für alle Chinesen gleichermaßen positiv sind. Bilder von Städten, die in undurchsichtigem Smoke gehüllt sind, gehen um die Welt. Die Wirtschaft in China steht erneut vor großen Herausforderungen und sie wird Lösungen dafür finden müssen. In einigen Bereichen werden hier auch schon Fortschritte gemacht. Umweltschutz und Nachhaltigkeit werden auch für die chinesische Wirtschaft immer mehr zu einem wichtigen Thema. Im Bereich der Solarenergie hat die chinesische Wirtschaft beispielsweise schon erheblich aufgeholt. Die Anpassungsfähigkeit dieses Landes scheint schier unermesslich zu sein.

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Handys aus China

Handys aus China

Smartphones stellen unbestreitbar die derzeit gefragtesten Technikelemente dar – und werden dies wohl auch in absehbarer Zukunft eine ganze Zeit lang weiterhin tun. Die Verbindung von Kamera, Internetzugang, mobiler PC-Plattform, MP3-Player etc. macht die Verwendung zahlreicher einzelner unhandlicher Endgeräte im Grunde genommen überflüssig – das eigentliche Prinzip eines Handys, also das Telefonieren, tritt in Anbetracht dieser breiten Funktionspalette beinahe in den Hintergrund. Ähnlich wie auf dem Gebiet der Kühlschränke, Fernseher oder aber PCs – sprich wie in nahezu allen Bereichen der hiesigen Technikbranche – kommen zahlreiche Artikel mittlerweile aus dem fernöstlichen Raum, insbesondere aus China. So lassen sich auch hierzulande zahlreiche Handys aus China finden, die neben den Produkten aus den Häusern Nokia, Apple und Motorola die Regale schmücken. Viele dieser multifunktionalen Handys aus China sind weder mit den allerneuesten Kunststoffverkleidungen noch mit den fortschrittlichsten Prozessoren der unüberschaubaren CPU-Welt ausgestattet, da es sich bei diesen Handys oft um eher billigere Modelle handelt, welche ihre Stärken primär im Preis-/Leistungsverhältnis haben. Allerdings gilt es zu sagen, dass es mittlerweile auch Handys aus China gibt, welche auf ganzer Linie zu überzeugen wissen. In den folgenden Zeilen solll deshalb über den anhaltenden, von vielen Personen jedoch verpönten, China-Handy-Hype berichtet werden und anhand einiger Beispiele gezeigt werden, dass Handys aus China durchaus eine Alternative (zu westlichen Handy-Produzenten) darstellen. Natürlich darf man auch nicht vergessen, dass auch viele westliche Handy-Produzenten ihre Ware (teilweise) in China produzieren lassen (Hardware), wie dies beispielsweise bei Apple der Fall ist.

 

Allgemeines über Handys aus China

Grundsätzlich gilt, dass bei der Produktion von Handys aus China eine generell andere Arbeitsweise beziehungsweise ein anderes Beschäftigungsverhältnis festzustellen ist. So fallen die Pausen für die Mitarbeiter kürzer und die Arbeitszeiten deutlich länger aus – diese Tatsache lässt sich jedoch nicht nur in den hiesigen Produktionsstätten für Handys aus China, sondern in nahezu allen Betrieben finden. So gehört die strenge Arbeitsdisziplin beispielsweise auch vielmehr zum „Chinese Way of Life“: Selbst Akademiker und Geschäftsführer arbeiten in ostasiatischen Ländern um einiges härter und länger, als es in den westlich geprägten Kulturen der Fall ist.

Einen weiteren Punkt stellen die verwendeten Materialien dar, die bei der Produktion von Elektroartikeln verwendet werden. Um die günstigen – vom Käufer im Endeffekt jedoch auch gewünschten – Preise garantieren zu können, muss schließlich oftmals zu älterem Werkstoff gegriffen werden. Ob sich chinesische Handys in Alurahmen und für 30 Euro mehr pro Modell besser verkaufen würden, bleibt jedoch fraglich: Alles, was aus China kommt, soll eben preiswert sein – das gilt selbstverständlich auch für Handys aus China.

Bei der näheren Betrachtung der Herstellung zeigt sich jedoch, dass die meisten Smartphones, wie zum Beispiel Produkte aus den Häusern Huawei und ZTE, mittlerweile den gleichen Produktionsstandard und die gleichen Herstellungsarten wie die europäische oder amerikanische Konkurrenz verfolgen – und teilweise auch erreichen. Lediglich das Prinzip der breiten Masse wird von den chinesischen Firmen stärker verfolgt. In Anbetracht der Tatsache, dass Chinesen gut ein Drittel der Weltbevölkerung ausmachen und die zahlreichen Smartphones aus den „normalen“, sprich ausländischen, Produktionsstätten für den Durchschnittschinesen viel zu teuer sind, ist dieser Trend zur Massenproduktion jedoch auch nicht weiter verwunderlich, sprich gut nachvollziehbar.


Paradebeispiele für Handys aus China

Die derzeitigen Platzhirsche der chinesischen Smartphone-Branche stellen ohne Frage die Betriebe ZTE und Huawei dar. Eine lange Zeit galten beide Hersteller als Billigproduzenten und schlichtweg unattraktive Lieferanten für Handys im Allgemeinen: Hard- und Software der Modelle waren stets veraltet und die Qualität (beispielsweise in Bezug auf die Verarbeitung der Außenleben) stimmte ebenfalls viele Käufer unzufrieden. Doch seit gut einem Jahr versuchen sich die beiden Hersteller nicht nur an Preiswertproduktionen, sondern nehmen auch ganz bewusst hochwertige High-End-Handys in ihre Produktpaletten auf. Mit dem „Ascend P1“ beispielsweise konnte Huawei auf dem MWC im Jahre 2012 einen regelrechten Pro-China-Kurs auslösen: Dank der Rekordtiefe von 8 Millimetern, einem durchaus hochwertigen Gehäuse und einer generell überraschend fortschrittlichen Technik landete der Neuling aus Fernost sogar innerhalb weniger Tage auf der Bestsellerliste für Smartphones! Und selbst heute, rund ein Jahr nach dem offiziellen Verkaufsstart, gelten die Werte des Ascend P1 als ansehnliche Handykomponenten: Ein 4,3 Zoll großer und sehr klarer Bildschirm, eine scharfe Digitalkamera (8 Megapixel), sowie ein Dual-Core-Prozessor samt einer 1,5 GHz starken Kerntaktung garantieren nämlich einen durchaus hochwertigen und vielseitigen Smartphone-Spaß.
Mittlerweile sind dem Ascend P1 übrigens ein paar weitere hochwertige Handys aus China gefolgt, doch nach wie vor werden vielmehr die alt bekannten Preiswertproduktionen in den hiesigen Onlineshops und Versandhandelplattformen angeboten. Viele Käufer trauen den neuen Namen nämlich noch nicht so recht und greifen – wenn überhaupt – lieber zu Handys aus China, bei denen man mit Preisen von durchschnittlich 80 Euro „nicht viel falsch machen kann“. Das Ideos X3 beispielsweise gilt als eine solche Preiswertproduktion und kann tatsächlich nur mit einem Minimum aktueller Smartphone-Technik dienen. Und dennoch: Solche Modelle stellen für Einsteiger in die mobile Allrounderwelt häufig die optimalen Handys dar, denn über die kleineren Schwächen in Form etwas plumper Designs oder veralteter Hardware kann in Anbetracht der einmalig günstigen Preise für solche Modelle schnell hinweggesehen werden.

Vorsich for Fälschungen

Viele Handys aus China werden also keineswegs mit dem Ziel, möglichst minderwertige Technik zu möglichst geringen Preisen in großen Massen unters Volk zu bringen, hergestellt. Mit manchen Handys aus China läuft der Käufer jedoch tatsächlich eine große Gefahr, sich regelrechte Billigproduktionen zuzulegen, die einen zufriedenstellenden Mobilfunk-Genuss entweder von Beginn an aufgrund unterschiedlichster Störungen verhindern oder aber bereits nach wenigen Wochen ihren Geist aufgeben. Solche Modelle lassen sich von den durchaus hochwertigen Handys aus China allerdings leicht unterscheiden: Bei nahezu allen Produkten gänzlich unbekannter Hersteller, die auch keine Tochterfirmen der ZTE- oder Huawei-Gesellschaften darstellen, handelt es sich in der Regel um Preiswertproduktionen, die den beliebten aktuellen Modellen à la S3 und iPhone zum Verwechseln ähnlich sehen, allerdings nur mit Brandkopien der Betriebssysteme sowie generell völlig anderen Hardwareelementen ausgestattet sind. Deshalb: Die Firmen ZTE, Huawei sowie Lenovo und Alcatel dürfen ruhigen Gewissens zum Handykauf genutzt werden – um alle anderen Hersteller von Handys aus China gilt es jedoch einen weiten Bogen zu machen.

Fazit: Handys aus China

Mit dem Klischee, Handys aus China seien billig, billig und nochmals billig, konnten wir eindeutig reinen Tisch machen. So liefern einige Unternehmen aus China bereits sehr moderne Handys, die vor allem aufgrund ihrer niedrigen Preise hin und wieder den zahlreichen ausländischen Modellen durchaus die Show stehlen können! Und trotz einiger Ausreißer und Abkupferungen, sind die meisten Handys aus China stets sehr preisleistungsstark und bieten selbst für wenig Geld eine ansehnliche Ausstattung. Kein Wunder also, dass sich zum Beispiel die hiesige Lidl-Kette als stolzer Anbieter von Handys aus China präsentiert.

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Autos aus China

Autos aus China

Die chinesische Wirtschaftskraft ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Vor allem die Automobilindustrie prägt den rasanten Wirtschaftsboom. Autos aus China sind in Deutschland allerdings nach wie vor eine Seltenheit. Lediglich der Hersteller Brilliance bietet seine Modelle auch auf dem deutschen Absatzmarkt an. Ansonsten sind die Autos aus China vor allem in Entwicklungsländern sehr begehrt. Die niedrigen Kaufpreisforderungen sind ein gutes Argument für die Investition. Die Kunden aus den Entwicklungsländern scheuen insofern auch keinen Kompromiss, wenn es um Sicherheit und ökologische Nachhaltigkeit geht.

 

Die chinesischen Automarken:

Autos aus China haben Hochkonjunktur, so dass viele kleine und große Autohersteller den Wirtschaftszweig dominieren. Doch nicht jede Firma kann mit ihrem Produkt überzeugen. Lediglich einige Autos aus China konnten sich mittlerweile im eigenen Land etablieren. Zudem exportieren die Unternehmen die Fahrzeuge in Schwellenländer aus Südamerika, Afrika und Asien. Zu den bekanntesten Automarken zählen Qoros, Geely, Build Your Dreams, sowie Chery. Besonders der Qoros soll das Image der Autos aus China verbessern, um auch auf dem europäischen Kontinent zu bestehen. Das Fahrzeug konnte auf dem Autosalon Genf überzeugen. Die Verarbeitung wirkt hochwertig, die Technik ist ausgereift, und auch die Sicherheitspakete können mit dem europäischen Standard durchaus mithalten. Verantwortlich für die Produktion ist der ehemalige VW-Chef Volker Steinwascher. Es ist seine Vision, den weltweiten Markt mit einem günstigen Modell zu bedienen, das allerdings schon in der Basisvariante mit einer üppigen Ausstattung erscheinen soll. Neben dem Qoros ist auch die Marke Brilliance mittlerweile auf dem weltweiten Exportmarkt angekommen. Hilfreich war dabei sicherlich die Zusammenarbeit mit BMW. Der süddeutsche Automobilhersteller baut seither einige Modelle in China, im Gegenzug partizipiert der Hersteller vom deutschen Know-How. Die Limousine BS4, das Kompaktmodell BS2 sowie das Coupé BC3 haben auf dem strengen europäischen Markt einen Eindruck hinterlassen, so dass schon Nachfolger durch die Geschäftsführung angekündigt wurden.


 

Die Sicherheit der chinesischen Autos

Autos aus China leiden unter einem durchwachsenen Ruf. Und die Sicherheitstests belegen diese Einschätzung. Optisch scheinen die Fahrzeuge an den europäischen Wunschvorstellungen angepasst worden zu sein. Technisch können die Autos aus China indes noch nicht mithalten. Die Testergebnisse lösen teilweise heftiges Entsetzen aus. Besonders das Thema Sicherheit wird von den Autos aus China mitunter vernachlässigt. Zwar kündigen die Hersteller regelmäßig Innovationen ab. Allerdings sind die Fahrzeuge vornehmlich für Entwicklungsländer oder Kunden gedacht, die sich von dem niedrigen Kaufpreis anlocken lassen. Die Investition in moderne Sicherheitssysteme würde indes auch den Kaufpreis nach oben korrigieren. Viele Autofirmen befürchten insoweit einen finanziellen Schaden. Andererseits prägt Chinesen eine ganz eigene Mentalität. Autos aus China sollen dem Fahrer ein zweites Gesicht schenken. Deswegen distanzieren sich die Firmen von einem Billig-Image. Es ist mithin denkbar, dass die Autos an China künftig an europäische Standards angepasst werden, zumal der Kaufpreis nach wie vor unterhalb vom üblichen Marktwert der großen Automobilhersteller liegen dürfte. Der Autohersteller Brilliance, die einzige Marke, die auch in Deutschland zu erwerben ist, konnte im Testverfahren allerdings überhaupt nicht überzeugen. Das Modell BS 4 erreichte im ADAC-Crashtest 3 Sterne, wurde allerdings aufgrund einer technischen Fehlleistung (das Gurtwarnsystem wird optisch und nicht akustisch reguliert) mit dem BS6 auf einen Stern abgestuft. Erste Unternehmen haben bereits die Übernahme westlicher Autofirmen vollzogen. Unlängst gehören Volvo, Saab, Rover und auch Hummer chinesischen Großinvestoren. Mit den Marken wird hingegen nicht nur ein Image, sondern auch technischen Wissen erworben. Das soll in Zukunft genutzt werden, um die Autos aus China in wenigen Jahren konkurrenzfähig zu machen. In China selbst hat das Modell jedenfalls einen deutlichen Erfolg gebracht. Alleine die Verbindung mit den großen Automarken des Westens hat den Absatz deutlich erhöht, so dass die Hersteller durchaus mit VW oder Ford, die in China sehr beliebt sind, mithalten können. Und wenn der chinesische Investor lediglich das Urheberrecht am Design erwerben kann, dann wird der Rover 75 kurzerhand in Roewe 75 umbenannt. Der chinesische Einfallsreichtum ist in dieser Hinsicht weltweit bekannt. Autos aus China werden erwartungsgemäß in Zukunft eine entscheidende Rolle auf dem Weltmarkt einnehmen.

 

Autos aus China kaufen

Derzeit ist es noch sehr schwierig, Autos aus China im eigenen Land zu kaufen. Der Autohersteller Brilliance hat sein Angebot in Deutschland weitestgehend minimiert, zumal die Verkaufszahlen alles andere als überzeugen konnten. Andere Hersteller haben die Autos aus China bislang bewusst den Industrieländern vorenthalten. Sie verkaufen ihre Modelle allerdings sehr erfolgreich im eigenen Land, und erwirtschaften somit Milliardenumsätze. Sie sind daher auf den Export jedenfalls finanziell noch nicht angewiesen. Der Qoros hingegen wird bereits in österreichischen Werkanlagen gebaut. Es ist mithin nur eine Frage der Zeit, bis auch deutsche Autohändler die Modelle in das eigene Repertoire aufnehmen werden. Autos aus China leiden noch unter ihrem zweifelhaften Image. Allerdings konnten die Hersteller auch namhafte Konstrukteure und Manager für ihre Vorhaben gewinnen. Die Fachkräfte kennen den europäischen Markt sehr gut. Zudem verfügen sie über ein ausgereiftes Wissen, das letztendlich den Vormarsch garantieren soll. Die spannende Frage besteht allerdings darin, wie die Automobilkonzerne die technischen Defizite ausbessern werden. Autos aus China werden jedenfalls schon heute als größte Konkurrenz für namhafte Konzerne betrachtet.

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