Chinesisches Alphabet ?!?

[ Gibt es so etwas wie ein chinesisches Alphabet?!? ]

Immer wieder mal hört man jemanden sagen: Das chinesische Alphabet weist die Eigenschaft X auf…..das chinesische Alphabet besteht aus XY….. und so weiter. Wie bitte, das chinesische Alphabet? Um Gottes Willen, NEIN. So etwas wie ein chinesisches Alphabet gibt es nicht, denn als Alphabet oder besser als Alphabetschrift bezeichnet man eine Schrift, welcher die Phoneme (Laute) einer Sprache als Zeicheneinheit zugrunde liegen. Klassischerweise werden diese Einheiten dann als Buchstaben bezeichnet. Diese Buchstaben haben in der Regel keine semantische Bedeutung. Was ist aber nun mit Chinesisch? Wenn es kein Alphabet ist, was ist es denn? Chinesisch ist eine logographische Schrift. Die Bedeutung der einzelnen Sprachausdrücke werden in einem logographischen Schriftzeichensystem durch grafische Zeichen wiedergegeben. Diese grafischen Zeichen, ausgehend von einem einzelnen Schriftzeichen, welches aus mehreren solchen grafischen Zeichen besteht, stehen aber in der Regel nicht für einen ganzen Begriff (Wort), sondern stellen in der Regel nur eine bedeutungstragende, morphemische Einheit dar. Im Modernchinesisch repräsentiert ein Schriftzeichen meistens eine Silbe. Die meisten Begriffe/Wörter bestehen aus zwei oder mehr Zeichen. Im Antikchinesisch war das jedoch etwas anders. Da war es oft noch so, dass ein Zeichen für ein Wort stand. Daher kann man die Sprache Antikchinesisch auch nicht als logographisches System bezeichnen. Das ist aber ein ganz anderes Thema. Konzentrieren wir uns also besser auf das Modernchinesisch. Im Unterschied zu den alphabetischen Schriften und auch den Silbenschriften (wie z.B Hiragana und Katakana innerhalb der japanischen Sprache), stellt das chinesische Schriftsystem KEIN Graphemsystem dar und gibt auch nicht das Phoneminventar der gesprochenen Sprache wieder. Den Begriff Alphabet verdanken wir übrigens den ersten beiden Buchstaben des griechischen Alphabets, Alpha und Beta. Füge doch mal Alpha und Beta zusammen und entferne den ‘a’…. na, klingelt’s? :=)

Kein chinesisches Alphabet, aber immerhin die Pinyin-Umschrift

Lange gab es in China keine phonetische Umschrift, die auf dem lateinischen Alphabet beruht. Dies änderte sich 1957 mit der Einführung der Pinyin-Umschrift (汉语拼音).

[dt_quote type=”blockquote” font_size=”big” animation=”none” background=”plain”]In China gibt es seit 1956 (1957) eine auf dem lateinischen Alphabet basierende phonetische Umschrift – die sogenannte Pinyin-Umschrift – , welche auf dem lateinischen Alphabet beruht. Die Aussprache der Pinyin-Umschrift basiert auf dem Hochchinesischen (普通话). [/dt_quote] Während Pinyin in China und mittlerweile auch in Taiwan der offizielle Standard ist, gibt es auch noch andere Transkribtionssysteme. Hier wäre unter anderem die Wade-Giles-Umschrift zu nennen, welche ebenfalls auf dem lateinischen Alphabet basiert.

 

 

 

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Chinesische Kalender ?!?

[Der chinesische Kalender]

In China sind viele Dinge etwas anders als bei uns. So erstaunt es auch nicht, dass die Chinesen nicht wie wir, in der Nacht vom 31.12 auf den 01.01 des Folgejahres das Neujahr einläuten, sondern traditionell erst Mitte Januar oder gar im Februar. Der chinesische Kalender, auf Chinesisch 夏利, ist heutzutage ebenfalls unter dem Namen ‘Bauernkalender’ 农历 (vereinfachtes Chinesisch/農曆 (traditionelles Chinesisch) bekannt und wird – neben dem gregorianischen Kalender– nach wie vor im gesamten chinesischsprachigen Raum eingesetzt. In China dient der Kalender primär für die Berechnung traditioneller chinesischer Festtage, wie etwa dem Neujahrsfest 春节/春節, welches jedes Jahr auf einen Neumond zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar fällt. Jeder, der mal in China war, weiss, dass das Neujahrsfest das wichtigste Fest Chinas ist. Zu dieser Zeit sind die Städte in China teilweise praktisch leergefegt, denn jeder Chinese und jede Chinesin verbringt diese Zeit gerne mit seiner Familie. Die Festlichkeiten spielen sich zu dieser Zeit fast ausschliesslich im familiären Rahmen ab, ähnlich wie bei uns zu Weihnachten. Wer also zur Zeit des chinesischen Neujahrs in China weilt und denkt, dass er zu dieser Zeit eine Wahnsinnsparty erleben kann, der wird je nachdem bitter enttäuscht, denn öffentliche Parties, so wie wir sie bei uns am Silvester feiern, gibt es in China während der Zeit des Neujahrsfestes kaum! Ganz im Gegenteil: Viel Clubs, Bars, Supermärkte und andere öffentliche Läden sind zu dieser Zeit geschlossen. Weitere wichtige Feiertage und Feste sind das Mondfest 中秋节, das Laternenfest 灯节, das Drachenbootfest und das chinesische Totengedenkfest 清明节.

 

Die wichtigsten chinesischen Feiertage im Überblick

 

[dt_list style=”1″ bullet_position=”middle” dividers=”true”][dt_list_item image=””]Chinesisches Neujahrsfest (Frühlingsfest) /春节/春節 /jährlich zwischen 21.02 und 21.03 [/dt_list_item][dt_list_item image=””]Mondfest /中秋节 /中秋節 / 15. Tag des 8.Monats (trad. chinesischer Kalender)[/dt_list_item][dt_list_item image=””]Laternenfest /灯节 / 燈節 / 15. Tag des 1. Mondmonats nach dem traditionellen chinesischen Kalender[/dt_list_item][dt_list style=”1″ bullet_position=”middle” dividers=”true”][dt_list_item image=””]Drachenbootfest / 端午节 /端午節 /5. Tag des 5. Monats im traditionellen chin. Kal. [/dt_list_item][dt_list_item image=””] Qingming-Fest /清明节 /清明節 / Am 4. April oder 5. April, selten auch 6. April[/dt_list_item][/dt_list]

 

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Chinesische Schriftzeichen in der japanischen Schrift

Chinesische Schriftzeichen werden nicht nur für Mandarin verwendet. Die chinesischen Schriftzeichen bilden auch die schriftliche Grundlage für weitere chinesische Dialekte wie etwa das Kantonesische, welches unter anderem in Hong Kong gesprochen wird. Allerdings verwendet man beispielsweise in Hong Kong sowie auch in Taiwan nach wie vor die traditionellen chinesischen Schriftzeichen (繁體字) und nicht wie auf dem Festland die vereinfachten chinesischen Schriftzeichen (简体字). Doch auch die japanische Schrift beruht teilweise auf chinesischen Schriftzeichen, den sogenannten Kanji. Die japanische Schrift besteht aus ingesamt drei Schrift: Kanji, Hiragana und Katakana. Hiragana und Katakana sind beides Silbenschriften, welche auch zusammengefasst unter dem Namen Kana bekannt sind (zu den Kana gehören auch noch die älteren Schriften Hentaigana und Man’yōgana). Die Kanji, welche wie gesagt aus der chinesischen Schrift stammen, bilden in der Regel als Logogramme den Wortstamm ab. Hiragana und Katakana, hingegen, erfüllen innerhalb der japanischen Sprache andere Funktionen: Hiragana stehen dabei sehr oft für grammatikalische Funktionen und Katakana hauptsächlich für Fremdwörter/Lehnwörter. Im modernen Japanisch kommt ausserdem die lateinische Schrift Rōmaji zur Verwendung, welche als Pendant zum chinesischen Pīnyīn angesehen werden kann. Hier ein Beispiel für das Wort Tee auf Japanisch in den verschiedenen Schriften:

 

[dt_list style=”1″ bullet_position=”middle” dividers=”true”][dt_list_item image=””]Tee [Deutsch][/dt_list_item][dt_list_item image=””]お茶 [Kanji][/dt_list_item][dt_list_item image=””]おちゃ [Kana –> Hiragana][/dt_list_item][dt_list_item image=””]ocha [Rōmaji][/dt_list_item][/dt_list]

 

Chinesische Schriftzeichen (Hanzi –> 汉子)VS.  Kanji (Chinesische Schriftzeichen im Japanischen)

Nun ist es leider so, dass die chinesischen Schriftzeichen innerhalb vom japanischen Schriftsystem nicht unbedingt die gleiche Bedeutung/Funktion/Form/ haben, wie sie dies im Chinesischen haben. Darüber hinaus, was die Aussprache der Kanji angeht, so gibt es im Japanischen für die Kanji zwei Aussprachevarianten, die sogenannte On-Lesung (On-yomi), die sich am Klang des entsprechenden chinesischen Begriffs orientiert und die Kun-Lesung, die sogennante japanische Lesung. Die Kun-Lesung (kun-yomi) funktioniert dabei so, dass dem aus dem Chinesischen übernommenen Kanji die Aussprache des schon im Japanischen für diesen Begriff vorhandenen Wortes zugeordnet wird. Was nun aber die Unterschiede abgesehen von der Aussprache angeht, so lässt sich über den Gebrauch der chinesischen Schriftzeichen in der chinesischen Sprache und in der japanischen Sprache Folgendes sagen:

 

  1. Nicht alle chinesischen Schriftzeichen kommen im Japanischen zum Einsatz.

  2. Die chinesischen Schriftzeichen wurden über die Zeit sowohl in China wie auch in Japan (unabhängig voneinander) vereinfacht. Aus diesen Vereinfachungen ergeben sich verschiedene Varianten in den beiden Ländern

  3. Während die chinesischen Schriftzeichen im Chinesischen die Schrift vollumfänglich abdecken, nehmen diese Schriftzeichen im Japanischen nur gewisse Funktionen ein. So stehen die Zeichen in Japan meist nur für Nomen und als Wortstamm für Verben und Adjektive. Den Rest übernehmen in der Regel die Silbenschriften — präziser auch Morenschriften genannt — Hiragana und Katakana.

 

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Die chinesische Sprache erlernen | Wie viel Zeit brauche ich?

Wer eine neue Sprache in Angriff nimmt, der möchte gerne wissen, wie lange es denn eigentlich dauert, um die Sprache XY erlernen zu können. Eine klare Antwort gibt es auf diese Frage jedoch definitiv nicht. Es wäre gelogen zu sagen, dass es beispielsweise 1-2 Jahre dauert, oder gar nur 6 Monate, um die chinesische Sprache zu erlernen. Wie lange es effektiv dauert, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab.

Die chinesische Sprache erlernen | Fragestellungen und Motivation

  1. Welche Muttersprache spreche ich?
  2. Welche Motivation bringe ich mit, um Chinesisch zu lernen?
  3. Was ist meine Definition von ‘Chinesisch gemeistert’ zu haben?
  4. Wie viel Zeit kann/will ich in das Erlernen der chinesischen Sprache investieren?
  5. Wo und wie will ich die chinesische Sprache erlernen?

 

Meines Erachtens sind dies die 5 wichtigsten Punkte hinsichtlich der Dauer des Erlernens der chinesischen Sprache. Im Folgenden möchte Ich gerne etwas näher auf diese fünf Punkte eingehen:

 

1. Welche Muttersprache spreche ich?

Warum ist die Muttersprache wichtig? Ganz einfach: Für jemanden der Japanisch spricht, ist die Ausgangslage Chinesisch zu lernen eine Andere, als für jemanden der als Muttersprache Deutsch hat. Ein japanischer Muttersprachler ist hier klar im Vorteil, denn in Japan verwendet man unter anderem chinesische Schriftzeichen, um Japanisch zu schreiben. Das japanische Schriftsystem setzt sich nämlich aus drei Komponenten zusammen: Kanji, Hiragana und Katakana. Während Hiragana und Katakana Silbenschriften sind, sind die sogenannten Kanji Schriftzeichen, welche die Japaner von den Chinesen ‘übernommen’ haben. Oftmals haben diese Schriftzeichen dann in der japanischen Sprache auch die gleiche(n) Bedeutung(en) wie im Chinesischen. Dies muss aber nicht zwingend der Fall sein. Ausserdem ist die Strichfolge, mit welcher die Zeichen geschrieben werden, nicht immer identisch. Das Schriftzeichen 王 für König, bedeutet zwar sowohl auf Chinesisch wie auf Japanisch König, wird jedoch im Japanischen mit einer anderen Strichfolge geschrieben als im Chinesischen. Nun wollen wir hier aber nicht zu fest ins Detail gehen und unzählige Unterschiede zwischen den Hanzi (Chinesischen Schriftzeichen) und Kanji aufzählen, denn darum geht es uns momentan nicht. Also zurück zum Thema: Wieso ist es also für einen japanischen Muttersprachler einfacher Chinesisch zu lernen als für einen deutschen Muttersprachler? Ganz einfach: Die Japaner greifen in der Schrift teilweise auf chinesische Schriftzeichen zurück und haben demnach in Hinsicht auf die Schrift einen grossen Vorteil gegenüber anderen Muttersprachlern, denn sie können viele der chinesischen Zeichen bereits schreiben und sind sich auch bereits der Bedeutung 100er, wenn nicht 1000er solcher Schriftzeichen bereits bewusst. So erstaunt es denn auch nicht, dass ein Japaner auf die Frage, ob Chinesisch schwierig sei, nicht allzu selten antworten würde, dass es nicht besonders schwierig ist. Jedenfalls würde er wohl nicht der Meinung sein, dass es extrem schwierig ist.

 

2. Welche Motivation bringe ich mit, um Chinesisch zu lernen?

Die Frage nach der Motivation sollte man sich nicht nur in Bezug auf Chinesisch stellen, sondern in Bezug auf alle Dinge, die man erlernen möchte. Eins vornweg: Chinesisch lernen ist kein Spaziergang. Wer geneigt ist, sich ein Buch mit dem Titel: “Chinesisch lernen in 30 Tagen” zu kaufen und ernsthaft daran glaubt, dass dies möglich ist, der wird eine herbe Enttäuschung erleben. Chinesisch lernt kein Mensch in 30 Tagen. Auch nicht in 90. Lange Rede, kurzer Sinn: Wer die chinesische Sprache wirklich erlernen möchte, der braucht eine richtige Motivation, um auch über längere Zeit die notwendige Motivation aufbringen zu können. Eine solche Motivation kann z.B sein, dass man später Chinesisch im Beruf einsetzen möchte, dass man unendlich viel Leidenschaft für die Sprache und die Kultur hat, dass man vielleicht eine chinesische Frau/Mann hat und man gerne mit seinem Partner in der Muttersprache sprechen möchte, und und und. Wer auf die Frage nach der Motivation aber keine gute (und schnelle Antwort) auf Lager hat, der sollte sich wirklich noch einmal überlegen, ob er die Sprache wirklich lernen möchte. Es kommt nicht selten vor, dass jemand mit Chinesisch anfängt, nur um 2 Monate später wieder damit aufzuhören. Nicht unbedingt weil Chinesisch schwierig ist, aber weil Chinesisch Zeit braucht, und zwar eine ganze Menge! (Dies gilt natürlich vor allem für Muttersprachler nicht-tonaler und nicht-asiatischer Sprachen)

 

3. Was ist meine Definition von ‘Chinesisch gemeistert’ zu haben?

Was bedeutet es eine Sprache zu können? Für die Person A bedeutet dies vielleicht, die Sprache in Wort und Schrift zu beherrschen und in Alltagssituationen beim Sprechen nicht in Verlegenheit zu geraten. Für Person B bedeutet dies vielleicht aber, dass Sie antikchinesische Texte lesen und rezitieren kann und sich über Astrophysik auf Chinesisch unterhalten kann. Was will ich damit sagen? Jeder sollte sich genau überlegen, was er eigentlich in der Sprache Chinesisch erreichen möchte. Hinsichtlich der Frage, wie lange es dauert, um Chinesisch zu lernen, spielt diese Frage dann natürlich auch eine entscheidende Rolle, denn wer nur eine Pizza auf Chinesisch bestellen  möchte, der braucht dafür natürlich weniger lang, als jemand, der in jeder Situation das richtige Sprichwort zur Hand hat. Selbstverständlich gibt es auch im Chinesischen offizielle Tests, die darüber Aufschluss geben können, wie gut jemand Chinesisch kann. Was für die Sprache Englisch TOEFL, IELTS und Cambridge First, Advanced und Proficiency sind, sind für das Chinesische der HSK. An dieser Stelle möchte ich aber nicht näher auf dieses Thema eingehen.

 

4. Wie viel Zeit kann/will ich in das Erlernen der chinesischen Sprache investieren?

Per se liegt es auf der Hand, dass jemand, der einmal pro Woche für 2 Stunden Chinesisch lernt, länger braucht, um die chinesische Sprache zu lernen als jemand, der jeden Tag 4 Stunden intensiv chinesische Schriftzeichen lernt und sich abends noch einen Hollywood Streifen in chinesischer Übersetzung zu Gemüte führt. Die Frage ist hier eher, bist du gewillt, die notwendige Zeit in die Sprache zu investieren oder nicht? Chinesisch lernt man in der Regel nicht nebenbei. Wenn du also vorhast, einmal pro Woche für 2 Stunden Chinesisch zu lernen, dann solltest du dir ernsthaft nochmals überlegen, ob du die Sprache auch wirklich erlernen möchtest. 2 Stunden kann vielleicht ein guter Anfang sein, um etwas näher mit der Sprache in Kontakt zu kommen, doch wer die Sprache ernsthaft erlernen will, der muss sich da schon etwas mehr Zeit nehmen.

 

5. Wo und wie will ich die chinesische Sprache erlernen ?

Nicht zuletzt hängt die Frage, wie lange es dauert, um die chinesische Sprache in den Griff zu bekommen, auch davon hab, wo und wie man die Sprache erlernen möchte. Wer Chinesisch in seinem eigenen Land erlernen will, der braucht in der Regel viel viel länger, als jemand der die Sprache direkt in China lernt. Natürlich kann man das auch von anderen Sprachen behaupten, denn ich lerne Spanisch in Spanien sehr wahrscheinlich auch schneller, als ich Spanisch in der Schweiz lernen würde. Da die chinesische Sprache aber durch ihre Tonalität vor allem in Bezug auf das aktive Sprechen schwierig zu meistern ist, vertrete ich die Ansicht, dass es bei Chinesisch mehr als bei vielen anderen Sprachen von grossem Vorteil ist, wenn man sich in China befindet, um die Sprache bestmöglich und schnellstmöglich erlernen zu können. ‘Mainland China’ bietet sich hier aus verschiedenen Gründen besonders gut an: Nach wie vor gibt es in China extrem viele Orte, wo die Leute kaum Englisch sprechen. Und diese Leute sprechen dann in der Regel auch keine anderen Fremdsprachen. Wer i犀利士
n einer solchen Umgebung also einigermassen komfortabel leben möchte, der kommt schlicht und einfach nicht drum herum, Chinesisch zu sprechen. Eine solche Umgebung ist für das Erlernen der chinesischen Sprache also optimal, denn man wird praktisch dazu gezwungen, die Sprache aktiv zu sprechen. Wer beispielsweise nach Taiwan geht, der wird es in dieser Hinsicht schwieriger haben, denn hier sprechen viel mehr Leute Englisch und viele dieser Leute möchten auch sehr gerne ihr Englisch verbessern. Vor allem Anfänger dürften sich in Taiwan schwer tun, denn wenn die ‘Locals’ merken, dass jemand im Chinesisch nicht wirklich sattelfest ist, dann wechseln sie schnell mal ins Englische. Zu guter Letzt sollte man sich auch etwas den Kopf darüber zerbrechen, wie man die Sprache denn eigentlich erlernen möchte? Sollte man sich zuerst auf die mündliche Sprache konzentrieren und dann zu den Schriftzeichen übergehen? Sollte man in China eine Sprachschule buchen oder vielleicht doch eher Privatunterricht nehmen? Wie sieht es mit Lektionen über Skype aus? Lohnt es sich wirklich, alle Schriftzeichen auch schreiben zu können oder reicht es, die Zeichen einfach erkennen zu können? Fragen über Fragen….Aber mal ganz ehrlich: Wer Chinesisch lernen möchte, der sollte sich all diese Fragen zumindest einmal gestellt haben, bevor er sich in die wundersame und faszinierende Welt der chinesischen Sprache begibt!

 

 

 

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Menschenfleischsuche in China, 人肉搜索, Human Flesh Search

Es gibt herkömmliche Suchmaschinen, wie etwa die von Google oder von Baidu. Baidu? Ja, so heisst die Standard-Suchmaschine in China, denn dort braucht kaum ein Mensch Google. Google versuchte zwar auf dem chinesischen Markt Fuss zu fassen, dies gelang aber nie so richtig. Die Chinesen googeln also nicht, sie baiduuen. In China kam aber in den letzten Jahren neben der herkömmlichen Suche über die Suchmaschine auch noch eine andere Art von Online-Suche auf: Die Menschenfleischsuche, auch 人肉搜索 genannt. Auch hier geht es darum, online etwas zu suchen; allerdings wird bei der Menschenfleischsuche nicht nach Dingen gesucht, sondern nach Menschen.

Menschenfleischsuche — Ein beängstigendes Phänomen

Bei der Menschenfleischsuche geht es im Kerne darum, im Stile von Cyber-Hunting Menschen aufzuspüren und Ihre Identitäten herauszufinden, um diese dann Online der breiten Masse zugänglich zu machen. Oft wird die Menschenfleischsuche in China dazu benutzt, korrupte Beamte an den Pranger zu stellen oder Ungerechtigkeit im Allgemeinen zu bekämpfen.

Menschenfleischsuche | Human Flesh Search | Beispiel

Im Jahre 2006 machte in China ein schreckliches Video die Runde, welches eine Frau zeigt, die mit ihren High Heels ein kleines Kätzchen auf brutale Art und Weise zu Tode ‘trampelt’. Das Video verbreitete sich in Windesweile und sorgte im ganzen Land für Empörung und harsche Kritik. Mit Hilfe der Menschenfleischsuche konnte die Identität der Protagonistin in kürzester Zeit ausfindig gemacht werden und nur wenig später wurden auf dem Internet die wichtigsten Informationen zu eben dieser Person öffentlich preisgegeben: Name, Wohnort, Telefonnummer, Arbeitgeber, etc

Dies führte dazu, dass sowohl die Kätzchen-Mörderin wie auch der Kameramann, welcher das schreckliche Vergehen gefilmt hat, beide ihren Job verloren. Beide verliessen kurz darauf auch ihren Wohnort, da sie sich offensichtlich zu Hause nicht mehr sicher fühlten.

Die Menschenfleischsuche gab es in China aber schon vor 2006. Der Begriff kam bereits im Jahre 2001 auf und zwar im Zusammenhang mit mop.com. Aber dazu mehr in einem weiteren Beitrag.

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Chinesisch — Nützliche Wörter & Phrasen, Teil 1

Chinesisch Mandarin — Ohne dieses Vokabular gehts nicht!

In jeder Sprache gibt es ‘Redewendungen’, die man einfach kennen sollte. In dieser Hinsicht stellt natürlich auch das Chinesische keine Ausnahme dar. Im Folgenden möchte Ich einige wichtige Ausdrücke und ‘Redewendungen’ kurz vorstellen und erklären. Starten wir mit dem Ausdruck 麻烦。Auf Deutsch bedeutet ‘ma fan’ soviel wie ‘mühsam’. Ähnlich wie im Deutschen kann man ‘麻烦‘ in alltäglichen Situationen benutzen, um auszudrücken, dass eine Sache oder eine Person ‘mühsam’ ist. Neben der herkömmlichen Variante 麻烦 kann man das Ganze noch verstärken, in dem man anstatt 麻烦 einfach 烦死了 sagt. Im Deutschen könnte man das dann ungefähr mit ‘nervt mich zu Tode übersetzen’. Das chinesische Schriftzeichen für Tod, also 死 kann man in Verbindung mit verschiedensten Adjektiven gebrauchen, um die Intensität des Gesagten zu verstärken/betonen. So sagt man z.B 气死我了, was so viel bedeutet wie ‘das (oder auch eine Person) macht mich wütend. Andererseits kann man vor dem Essen auch mal so was wie 饿死了 sagen, was so viel bedeutet wie ‘Ich habe einen Mordshunger’ oder ‘Ich sterbe vor Hunger’.

Ein anderer nützlicher Ausdruck im Chinesischen ist 随便。Mit ‘sui bian’ kann man verständlich machen, dass man etwas auf ungezwungen Art und Weise tut oder etwas auf ungezwungene Art und Weise passiert. Mögliche Übersetzungen sind hier ‘ungezwungen’, ‘nach Belieben’ oder im Englischen so etwas wie random/randomly. Ein Beispiel: 你没有权利随便挖改我的文章。Dieser Satz würde auf Deutsch lauten: Du hast nicht das Recht dazu, meinen犀利士
Artikel nach Lust und Laune zu verändern/umzuschreiben.

 

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Chinesische Kalligraphie

Chinesische Kalligraphie: Kulturelle Wertigkeit in Europa und Asien

Japanische und chinesische Schriftzeichen haben in Westeuropa mittlerweile einen gewissen Kultstatus erlangt. Vor allem Ende der 1980er und in den 1990er Jahre tauchten diese ästhetischen Zeichen als Prints auf Kleidung oder als Wandschmuck in Form von Postern oder handgemalten Bildern auf. Nach wie vor sind japanische und chinesische Schriftzeichen beliebte Motive für Tätowierungen. In einer SPIEGEL-Reportage vom September 2012 wurde der Psychologe Dirk Hofmeister zitiert, der als Begründung für die Beliebtheit von Schriftzeichen als Tätowierungen nicht nur die Ästhetik, sondern auch das Geheimnis der Bedeutung für die meisten westlichen Betrachter sieht. Wer als Europäer geheimnisvoll wirken möchte, lässt sich also chinesische Schriftzeichen stechen und bietet Anlass zu Spekulation und einen Ansatzpunkt zur Kommunikation.

 

Chinesische Kalligraphie als eine der vier Künste

Chinesische Schriftzeichen als Kunstform sind nicht nur in Form von Tätowierungen zu finden, sondern auch als gedruckte oder handgemalte Zeichen in der Malerei. Besonders vollkommen gelungene Schriftzeichen bezeichnet man als Kalligraphie. Chinesische Kalligraphie ist eine der vier Kunstrichtungen (neben dem Go-Spiel, Musik und Malerei), die seit Jahrhunderten in China gepflegt wird. Dabei ist die chinesische Kalligraphie im Ansehen der Malerei gleichgestellt, ja nicht selten enthalten chinesische Malereien sogar Kalligraphien, sodass beide Kunstformen verbunden werden, oft auch mit lyrischem Element. Dabei gibt es genau festgelegte Regeln, wie die Kalligraphie auszusehen hat. Wichtigstes Utensil sind die Schreibmaterialien: Pinsel, Tusche, Reibstein und Papier. Diese Werkzeuge nennt man „die vier Schätze des Gelehrtenzimmers“, was auf den enormen Stellenwert der Kalligraphie schließen lässt.

 

Chinesische Kalligraphie und ihre kulturelle Wertigkeit

Ähnlich wie im Musikspiel nach Noten ist in der Kunstform der Kalligraphie der Anspruch in möglichst genauer Ausführung nach vorgegebenen Leitlinien, wobei immer doch Spielraum für Interpretationen bleibt. Die Art der Kalligraphie lässt also Rückschluss auf die Persönlichkeit des Künstlers schließen. Eine Ausbildung in Kalligraphie zu genießen war in China stets ein hohes Gut. Prominentester Kalligraph des Landes war wohl Kaiser Song Huizong, der um das Jahr 1.100 regierte. Er hatte die hohe Kunst des Schönschreibens derart perfektioniert, dass es seither als nobel galt, seinem Beispiel nachzueifern und sich in Kalligraphie zu üben, so dass schließlich Unterricht in Kalligraphie zum guten Ton gehörte. Zeitweise war chinesische Kalligraphie Teil der Beamtenprüfung in China. Wer es also im Staatsdienst zu etwas bringen wollte, musste unter anderem ein schönes Schriftbild haben.

 

Chinesische Kalligraphie in Kalligraphieschulen

Chinesische Schriftzeichen bestehen aus zusammengefügten Komponenten. Anders als bei etwa bei der lateinischen Schrift gibt der Aufbau der Schrift bzw. des Schriftzeichens nicht automatisch die Reihenfolge vor, in der der die einzelnen Komponenten des Zeichens geschrieben werden. Chinesische Kalligraphie setzt an diesem Punkt an, indem sie einen Schwerpunkt darauf legt, in welcher Reihenfolge die einzelnen Teile eines Schriftzeichens zu Papier gebracht werden. Im Gegensatz zum gedruckten Zeichen ist es bei handschriftlichen Kalligraphien bei genauem Betrachten erkennbar, in welcher Reihenfolge das chinesische Schriftzeichen gesetzt wurde. Das chinesische Schriftzeichen „Yong“ beispielsweise bedeutet Ewigkeit und vereint die acht Prinzipien, auf denen chinesische Kalligraphie aufbaut: Punkt, Querstrich, gerader Strich, Haken, Abheben des Pinsels, Schrägstellen des Pinsels, Picken und Vorwärtsdrängen. Das Ergebnis dieser verschiedenen Schreibtechniken sind unterschiedliche Strichstärken und verschiedene Anfangs- und Endformen der Linien. In Schulen für Chinesische Kalligraphie werden diese Elemente eingeübt. Wichtiger Grundsatz für chinesische Kalligraphie ist auch, dass die Seele des Künstlers in der Kalligraphie widergespiegelt wird. Oberstes Ziel ist also eine ebenmäßige Schrift, das Zeichen sollte möglichst in einem Zug gesetzt werden und der Pinsel aufrecht gehalten werden, was laut chinesischer Deutung auf eine aufrechte Seele schließen lässt.

 

Chinesische Kalligraphie in verschiedenen Stilen und Techniken

Ursprünglich bekannte chinesische Schriftzeichen finden sich eingeritzt auf Knochen oder Schildkrötenpanzer und heißen daher Knochenschrift. Diese wohl über 3.000 Jahre alten Schriftzeichen beugen sich in Ihrer Form der Technik. Deshalb dominieren im Schriftbild gerade und eckige Linien, denn sie sind leichter zu ritzen als runde Formen. Dennoch zählt man auch die Ritzungen auf Knochen und Schildkrötenpanzer zu den ersten Arbeiten, die chinesische Kalligraphie beinhalten. Aus der Knochenschrift entwickelt sich nach der Jahrtausendwende die Siegelschrift mit relativ ausgeschmückten Darstellungen und vollkursivem Schriftbild. Wie der Name sagt, waren die Abbildungen hauptsächlich auf Siegeln verwendet. Der kalligraphische Anspruch war hier selbstverständlich besonders gegeben.

 

Chinesische Kalligraphie nach der Jahrtausendwende

Parallel dazu wurde die offizielle Kurialschrift eingeführt, die häufig Gegenstand von Kalligraphien war und ist. Das Schriftbild ist nicht so kantig wie bei der Knochenschrift und nicht ganz so rund wie bei der Siegelschrift. Als Meister der Kalligraphie sind vor allem Wang Xizhi und sein Sohn Wang Xianzhi aus der Jin-Zeit in die chinesische Geschichte eingegangen. Sie prägen bis heute die Grundlagen vieler Kalligraphie-Schulen und veränderten das Schriftbild für chinesische Schriftzeichen. Der Einfluss auf das Schriftbild ist deshalb so wichtig, weil sich chinesische Schriftzeichen über Jahrhunderte nicht verändert haben und erst durch den Einfluss dieser Kalligraphen angeglichen wurden. Viele noch heute bekannte Kalligraphen aus der Jin-Zeit entstammen aus der Wang-Familie.

 

Daneben gibt es auch die Grasschrift oder auch Konzeptschrift. Diese Schriftart ist eine der Hauptformen, derer sich chinesische Kalligraphie bedient. Wichtigstes Merkmal ist die schnelle Schreibweise, bei der die Formen fließender werden und sich einem höheren Schreibtempo anpassen. Dem zugunsten werden bestehende chinesische Schriftzeichen vereinfacht dargestellt, also Haken werden abgerundet, kleinteilige Formen werden nur angedeutet. Die Grasschrift ist eine interessante Strömung, denn entgegen dem Anspruch der Perfektion, den Kalligraphie von Kurialschrift oft mit sich bringt, macht die Grasschrift Zugeständnisse an Praktikabilität auf Gunsten der Lesbarkeit. Heutige Kalligraphie befasst sich mit den verschiedenen Stilen. Unterschiedliche Stile sind Ausdruck der verschiedenen Künstlerpersönlichkeiten und Kalligraphieschulen. Dass chinesische Schriftzeichen nicht nur wegen ihrer Jahrtausende alten Bedeutung geschätzt werden, sondern auch wegen Ihrer kalligraphischen Vollkommenheit, beweist die Verbreitung chinesischer Kalligraphie weit über den asiatischen Kulturraum hinaus.

 

Chinesische Kalligraphie in den bekanntesten Werken

Kaum ein Meister hat die chinesische Kalligraphie so beeinflusst wie Wang Xizhi. Von ihm stammt auch das wohl bekannteste Werk chinesischer Kalligraphiekunst, nämlich das „Vorwort zu der Zusammenkunft am Orchideenpavillon“ , eine Gedichtsammlung, die Wang Xizhi zusammen mit seinen Freunden erstellte. Dieses Schriftstück galt als derart perfekt, dass sich Kaiser Tang Taizong im Jahr 649 zusammen mit dieser Kalligraphie begraben ließ.

Ebenfalls schon erwähnt wurde Kaiser Song Huizong, dessen „Gedicht und Kalligraphie“ aus dem 12. Jahrhundert die wohl am häufigsten reproduzierte chinesische Kalligraphie ist. Interessant ist, dass bereits Song Huizong Kalligraphie und Malerei verband, etwa in seinem Werk“ Kraniche“. Auf der rechten Bildhälfte ist die Malerei, auf der linken Bildhälfte ergänzend die Kalligraphie. Auch in der Grasschrift übte sich Song Huizong in Kalligraphie und sein „Tausend Zeichen Gras Skrip“ verdeutlicht schön den Kontrast der unterschiedlichen Arten von Schriftzeichen.

Dieses Phänomen taucht im Laufe der chinesischen Kunstgeschichte durch die Jahrhunderte auf. Ein weiteres bekanntes Beispiel ist das Landschaftsbild in Tusche von Dong Qichang, das schon beinahe zum Standardwerk chinesischer Kunst geworden ist. In einer Perspekt壯陽藥
ive von schräg oben wird dem Betrachter eine chinesische Landschafts-Szenerie aufgefächert. Zwischen Felsen und fügen sich Hütten und Brücken ein, über dem Bergmassiv am Himmel thronen chinesische Schriftzeichen in schönster Kalligraphie.

 

Chinesische Schriftzeichen in Asien und Europa

Chinesische Kalligraphie als Kunstform ist in Asien auch heute noch gegenwärtig. Von klassischen Tuschezeichnungen bis hin zur Neonreklame sind die Ausprägungen sehr unterschiedlich. Während Chinesen auch Jahrtausende alte chinesische Schriftzeichen oft noch deuten können und die Faszination daher eher in ihrer Tradition besteht, liegt die Anziehungskraft in Europa im Gegensatz daher eher in der Mystik und im Unbekannten. Auf beiden Kontinenten werden chinesische Schriftzeichen aber wegen ihrer Ästhetik geschätzt, also in Form von Kalligraphie.

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